Angst vor Social Media?
Warum hindert dich eine Person aus deiner Vergangenheit am Posten?
Es ist nicht der Algorithmus. Es ist nicht die fehlende Kamera. Es ist nicht mal die fehlende Zeit. Das Einzige, was die meisten Menschen davon abhält, auf Social Media sichtbar zu werden, ist die Angst vor dem Urteil anderer. Genauer gesagt: die Angst vor einer konkreten Person. Die Kollegin, die lästern könnte. Der alte Schulfreund, der die Augen verdreht. Oder – um es bildlich zu sagen – Jenny aus der dritten Klasse. Eine Person, die in deinem Leben längst keine Rolle mehr spielt, aber in deinem Kopf immer noch mitentscheidet, ob du auf „Posten" drückst oder nicht.
Das ist kein individuelles Problem. Laut einer Studie von ExpressVPN geben 93 Prozent der befragten 16- bis 24-Jährigen in Deutschland an, dass Social Media ihr Selbstwertgefühl beeinflusst (Quelle: ExpressVPN / heise online, 2021). 40 Prozent haben schon einmal eigene Beiträge gelöscht, weil sie nicht genug Likes bekommen haben. Die Angst vor Bewertung ist real – aber sie ist kein Grund, sich selbst unsichtbar zu machen.
Was würde Kim Kardashian tun – und warum ist das die richtige Frage?
Ob man sie mag oder nicht: Kim Kardashian hat ein Unterwäsche-Imperium mit Nippel-BH aufgebaut, eine Modemarke, die polarisiert, und ein Milliarden-Business – ohne sich jemals zu fragen, was Jenny aus der dritten Klasse davon halten könnte. Und genau das ist der Punkt. Wer sichtbar werden will, muss akzeptieren, dass nicht jeder applaudieren wird. Aber die entscheidende Erkenntnis ist eine andere: Die Leute, die schlecht über dich reden würden, hätten das auch getan, wenn du nie gepostet hättest. Der einzige Unterschied ist, dass sich durch dein Posten herausfiltert, wer wirklich hinter dir steht – und wer nicht.
Aktuelle Forschung stützt diese Perspektive: Eine Studie zur Selbstwertwirkung von Social-Media-Nutzung zeigt, dass passives Scrollen zu einem signifikant niedrigeren Selbstwertgefühl führt als aktives Posten und Interagieren (Quelle: BSI Studie Selbstwert & Social Media, 2025). Wer sich also aus Angst vor Urteilen zurückzieht und nur noch konsumiert, schadet seinem Selbstwert ironischerweise mehr, als wenn er sich zeigen würde.
Ist das, was du postest, wirklich peinlich?
Karriere, Lifestyle, Business, Gedanken, Meinungen – nichts davon ist peinlich. Was peinlich ist: sich jahrelang selbst zu verstecken, weil eine Person, die in deinem Leben keine Rolle mehr spielt, vielleicht kurz die Augenbrauen hochziehen könnte. Die Angst vor dem Urteil anderer fühlt sich konkret und bedrohlich an, obwohl sie fast immer abstrakt und irrational ist. Denn mal ehrlich: Wie oft denkst du selbst tagelang über den Post einer anderen Person nach? Genau – fast nie.
Studien zeigen, dass die Funktion „Likes ausblenden" auf Instagram und Facebook bei 58 Prozent der Befragten die Angst vor dem Posten verringert hat (Quelle: ExpressVPN, 2021). Das bedeutet: Bei mehr als der Hälfte war es nicht mal der Inhalt, vor dem sie Angst hatten – sondern vor der sichtbaren Bewertung. Wenn du das verstehst, wird klar, dass die Hürde nicht dein Content ist. Die Hürde bist du selbst.
Was unterscheidet Menschen, die posten, von denen, die es nicht tun?
Es ist nicht Talent. Es ist nicht Aussehen. Es ist nicht ein besonders interessantes Leben. Der Unterschied ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, dass die eigene Stimme es wert ist, gehört zu werden – auch wenn nicht jeder damit einverstanden ist. Erfolgreiche Creator haben die gleichen Unsicherheiten wie alle anderen. Sie haben nur irgendwann aufgehört, Jenny aus der dritten Klasse das Vetorecht über ihr Leben zu geben.
Quick-Check: Hältst du dich selbst zurück?
Geh diese Fragen ehrlich durch. Wenn du bei mehr als drei Punkten nickst, weißt du, was zu tun ist.
FAQ: Angst vor Social Media überwinden
Was ist die häufigste Angst beim Posten auf Social Media?
Die Angst vor dem Urteil konkreter Personen aus dem eigenen Umfeld – nicht die Angst vor Fremden. Die meisten Menschen sorgen sich weniger darum, was Tausende Unbekannte denken, sondern was der eine Ex-Kollege, die Nachbarin oder die alte Schulfreundin dazu sagen könnte. Diese Angst ist menschlich, aber sie ist kein Grund, auf Sichtbarkeit zu verzichten.
Beeinflusst Social Media wirklich das Selbstwertgefühl?
Ja – aber nicht so, wie die meisten denken. Studien zeigen, dass passiver Konsum (scrollen ohne selbst zu posten) das Selbstwertgefühl stärker belastet als aktive Teilnahme. Wer postet und interagiert, fühlt sich selbstwirksamer und zufriedener als jemand, der nur beobachtet und vergleicht.
Wie fange ich an, wenn ich mich nicht traue?
Starte mit Content, bei dem du dich sicher fühlst. Das muss kein Face-to-Camera-Video sein. Teile eine Meinung als Textpost, einen Gedanken in der Story, ein Behind-the-Scenes-Bild. Der erste Post muss nicht perfekt sein – er muss nur existieren. Alles Weitere entwickelt sich.
Was mache ich, wenn tatsächlich jemand negativ reagiert?
Erstens: Es passiert seltener als du denkst. Zweitens: Wenn es passiert, sagt es mehr über die andere Person als über dich. Drittens: Negativer Kommentar ist nicht gleich Kritik – lerne den Unterschied. Konstruktives Feedback hilft dir wachsen. Ein Augenrollen von Jenny ist irrelevant.
Ist es zu spät, um 2026 noch mit Social Media anzufangen?
Nein. Algorithmen auf Instagram, TikTok und YouTube bevorzugen heute Engagement und Content-Qualität über Kanalgröße. Neue Creator mit starkem Content können schneller wachsen als je zuvor – unabhängig von der Follower-Zahl. Die einzige Voraussetzung: Du musst anfangen.



