Angst vor Social Media?

February 8, 2026

Warum hindert dich eine Person aus deiner Vergangenheit am Posten?

Es ist nicht der Algorithmus. Es ist nicht die fehlende Kamera. Es ist nicht mal die fehlende Zeit. Das Einzige, was die meisten Menschen davon abhält, auf Social Media sichtbar zu werden, ist die Angst vor dem Urteil anderer. Genauer gesagt: die Angst vor einer konkreten Person. Die Kollegin, die lästern könnte. Der alte Schulfreund, der die Augen verdreht. Oder – um es bildlich zu sagen – Jenny aus der dritten Klasse. Eine Person, die in deinem Leben längst keine Rolle mehr spielt, aber in deinem Kopf immer noch mitentscheidet, ob du auf „Posten" drückst oder nicht.

Das ist kein individuelles Problem. Laut einer Studie von ExpressVPN geben 93 Prozent der befragten 16- bis 24-Jährigen in Deutschland an, dass Social Media ihr Selbstwertgefühl beeinflusst (Quelle: ExpressVPN / heise online, 2021). 40 Prozent haben schon einmal eigene Beiträge gelöscht, weil sie nicht genug Likes bekommen haben. Die Angst vor Bewertung ist real – aber sie ist kein Grund, sich selbst unsichtbar zu machen.

Definition
Posting-Angst (engl. „Fear of Posting") beschreibt die psychologische Hemmung, eigene Inhalte auf Social Media zu veröffentlichen – aus Angst vor negativer Bewertung, Ablehnung oder Lächerlichkeit. Im Gegensatz zur allgemeinen Social-Media-Angst (z. B. FOMO) richtet sich Posting-Angst nicht gegen das Konsumieren, sondern gegen das Sichtbarwerden. Sie betrifft besonders Menschen, die beruflich oder persönlich von Sichtbarkeit profitieren würden – Creator, Selbstständige, Freelancer – aber durch die Vorstellung konkreter Urteile aus ihrem Umfeld blockiert werden.

Was würde Kim Kardashian tun – und warum ist das die richtige Frage?

Ob man sie mag oder nicht: Kim Kardashian hat ein Unterwäsche-Imperium mit Nippel-BH aufgebaut, eine Modemarke, die polarisiert, und ein Milliarden-Business – ohne sich jemals zu fragen, was Jenny aus der dritten Klasse davon halten könnte. Und genau das ist der Punkt. Wer sichtbar werden will, muss akzeptieren, dass nicht jeder applaudieren wird. Aber die entscheidende Erkenntnis ist eine andere: Die Leute, die schlecht über dich reden würden, hätten das auch getan, wenn du nie gepostet hättest. Der einzige Unterschied ist, dass sich durch dein Posten herausfiltert, wer wirklich hinter dir steht – und wer nicht.

Aktuelle Forschung stützt diese Perspektive: Eine Studie zur Selbstwertwirkung von Social-Media-Nutzung zeigt, dass passives Scrollen zu einem signifikant niedrigeren Selbstwertgefühl führt als aktives Posten und Interagieren (Quelle: BSI Studie Selbstwert & Social Media, 2025). Wer sich also aus Angst vor Urteilen zurückzieht und nur noch konsumiert, schadet seinem Selbstwert ironischerweise mehr, als wenn er sich zeigen würde.

Ist das, was du postest, wirklich peinlich?

Karriere, Lifestyle, Business, Gedanken, Meinungen – nichts davon ist peinlich. Was peinlich ist: sich jahrelang selbst zu verstecken, weil eine Person, die in deinem Leben keine Rolle mehr spielt, vielleicht kurz die Augenbrauen hochziehen könnte. Die Angst vor dem Urteil anderer fühlt sich konkret und bedrohlich an, obwohl sie fast immer abstrakt und irrational ist. Denn mal ehrlich: Wie oft denkst du selbst tagelang über den Post einer anderen Person nach? Genau – fast nie.

Studien zeigen, dass die Funktion „Likes ausblenden" auf Instagram und Facebook bei 58 Prozent der Befragten die Angst vor dem Posten verringert hat (Quelle: ExpressVPN, 2021). Das bedeutet: Bei mehr als der Hälfte war es nicht mal der Inhalt, vor dem sie Angst hatten – sondern vor der sichtbaren Bewertung. Wenn du das verstehst, wird klar, dass die Hürde nicht dein Content ist. Die Hürde bist du selbst.

01
Die Leute, die lästern, hätten es sowieso getan.
Das ist die wichtigste Erkenntnis: Menschen, die negativ über dich reden, tun das unabhängig davon, ob du postest oder nicht. Dein Content gibt ihnen höchstens ein Thema – aber nicht den Grund. Der Unterschied ist nur: Wenn du postest, filtern sich die Leute heraus, die nicht zu dir passen. Die, die bleiben, sind dein echtes Netzwerk. Wenn du nicht postest, bleiben alle genau da, wo sie sind – inklusive Jenny.
02
Nichts, was du teilst, ist peinlich.
Karriere, Lifestyle, Business, Gedanken, Meinungen – keines dieser Themen ist peinlich. Du teilst, was dich beschäftigt, was du gelernt hast, wofür du stehst. Das erfordert Mut, nicht Scham. Was wirklich peinlich wäre: sich jahrelang selbst klein zu halten, weil jemand, der in deinem Leben keine Rolle mehr spielt, vielleicht – vielleicht! – kurz die Augenbrauen hochzieht.
03
Scrollen macht dich unsicherer als Posten.
Studien zeigen: Wer Social Media nur passiv nutzt – also scrollt, beobachtet, vergleicht – verliert messbar an Selbstwertgefühl. Wer hingegen aktiv postet und interagiert, erlebt das Gegenteil: ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit. Die Ironie: Viele vermeiden das Posten, um sich zu schützen – und schaden sich damit mehr, als sie es durch einen „schlechten" Post jemals könnten.
„Passives Scrollen führt zu signifikant niedrigerem Selbstwertgefühl als aktives Posten und Interagieren." — BSI Studie, 2025
04
Dein erster Post muss nicht perfekt sein.
Niemand erwartet, dass dein erster Beitrag viral geht. Niemand erwartet ein Studio-Setup. Und niemand achtet so genau auf dich, wie du denkst – das ist das Paradoxe an der Posting-Angst. Die meisten Menschen sind viel zu beschäftigt mit ihrem eigenen Feed, um deinen dritten Story-Slide zu analysieren. Starte mit dem, was sich gut anfühlt. Ein Textpost. Ein Gedanke. Ein Bild. Der erste Schritt zählt – nicht seine Perfektion.
05
Lass Jenny aus der dritten Klasse nicht gewinnen.
Es kostet Überwindung. Ja. Aber frag dich: Willst du in fünf Jahren zurückblicken und wissen, dass eine Person, die längst keine Rolle mehr in deinem Leben spielt, dich davon abgehalten hat, sichtbar zu werden? Deine Karriere aufzubauen? Deine Community zu finden? Es gibt Dinge, die schwerer wiegen als ein Augenrollen. Und eines davon ist, nie angefangen zu haben.
„Es kostet Überwindung, aber trau dich. Und lass Jenny aus der dritten Klasse nicht gewinnen."

Was unterscheidet Menschen, die posten, von denen, die es nicht tun?

Es ist nicht Talent. Es ist nicht Aussehen. Es ist nicht ein besonders interessantes Leben. Der Unterschied ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, dass die eigene Stimme es wert ist, gehört zu werden – auch wenn nicht jeder damit einverstanden ist. Erfolgreiche Creator haben die gleichen Unsicherheiten wie alle anderen. Sie haben nur irgendwann aufgehört, Jenny aus der dritten Klasse das Vetorecht über ihr Leben zu geben.

✓ Traut sich, sichtbar zu sein
Postet, obwohl nicht jeder applaudieren wird
Teilt Meinungen, Gedanken und Learnings offen
Akzeptiert, dass Sichtbarkeit auch Reibung erzeugt
Baut eine Community aus Menschen, die wirklich passen
✗ Lässt sich von der Angst steuern
Löscht Posts, weil sie nicht genug Likes bekommen
Scrollt passiv und vergleicht sich mit anderen
Versteckt sich aus Angst vor einer konkreten Person
Wartet auf den „perfekten Moment" zum Starten

Quick-Check: Hältst du dich selbst zurück?

Geh diese Fragen ehrlich durch. Wenn du bei mehr als drei Punkten nickst, weißt du, was zu tun ist.

Hast du schon mal einen Post geschrieben, aber dann doch nicht veröffentlicht – aus Angst vor Reaktionen?
Gibt es eine konkrete Person in deinem Kopf, deren Urteil dich vom Posten abhält?
Löschst du Beiträge, wenn sie nicht genug Likes oder Kommentare bekommen?
Verbringst du mehr Zeit mit Scrollen als mit eigenem Content erstellen?
Vergleichst du dich regelmäßig mit anderen Accounts und fühlst dich danach schlechter?
Wartest du seit Wochen oder Monaten auf den „richtigen Moment" zum Starten?

FAQ: Angst vor Social Media überwinden

Was ist die häufigste Angst beim Posten auf Social Media?

Die Angst vor dem Urteil konkreter Personen aus dem eigenen Umfeld – nicht die Angst vor Fremden. Die meisten Menschen sorgen sich weniger darum, was Tausende Unbekannte denken, sondern was der eine Ex-Kollege, die Nachbarin oder die alte Schulfreundin dazu sagen könnte. Diese Angst ist menschlich, aber sie ist kein Grund, auf Sichtbarkeit zu verzichten.

Beeinflusst Social Media wirklich das Selbstwertgefühl?

Ja – aber nicht so, wie die meisten denken. Studien zeigen, dass passiver Konsum (scrollen ohne selbst zu posten) das Selbstwertgefühl stärker belastet als aktive Teilnahme. Wer postet und interagiert, fühlt sich selbstwirksamer und zufriedener als jemand, der nur beobachtet und vergleicht.

Wie fange ich an, wenn ich mich nicht traue?

Starte mit Content, bei dem du dich sicher fühlst. Das muss kein Face-to-Camera-Video sein. Teile eine Meinung als Textpost, einen Gedanken in der Story, ein Behind-the-Scenes-Bild. Der erste Post muss nicht perfekt sein – er muss nur existieren. Alles Weitere entwickelt sich.

Was mache ich, wenn tatsächlich jemand negativ reagiert?

Erstens: Es passiert seltener als du denkst. Zweitens: Wenn es passiert, sagt es mehr über die andere Person als über dich. Drittens: Negativer Kommentar ist nicht gleich Kritik – lerne den Unterschied. Konstruktives Feedback hilft dir wachsen. Ein Augenrollen von Jenny ist irrelevant.

Ist es zu spät, um 2026 noch mit Social Media anzufangen?

Nein. Algorithmen auf Instagram, TikTok und YouTube bevorzugen heute Engagement und Content-Qualität über Kanalgröße. Neue Creator mit starkem Content können schneller wachsen als je zuvor – unabhängig von der Follower-Zahl. Die einzige Voraussetzung: Du musst anfangen.

TL;DR

Die Angst vor dem Posten kommt fast nie vom Content – sondern von einer konkreten Person in deinem Kopf, die längst keine Rolle mehr in deinem Leben spielt. Die Leute, die lästern, hätten es auch ohne deine Posts getan. Der Unterschied: Wenn du postest, findest du die Menschen, die wirklich zu dir passen. Wenn du es nicht tust, bleibt alles, wie es ist. Karriere, Meinungen, Gedanken – nichts davon ist peinlich. Peinlich ist nur, sich selbst zurückzuhalten. Trau dich. Und lass Jenny nicht gewinnen.

Gutes Management fühlt sich richtig an. Finde heraus, ob wir matchen.

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